Wer anderen ständig die Welle überlässt, lernt selbst nie, sie zu surfen.
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Wir müssen uns nicht neu finden
Ich glaube nicht, dass wir uns neu erfinden müssen. Ich glaube, wir dürfen lernen, uns selbst wieder zuzuhören.
Viele Menschen verlieren sich nicht, weil sie zu wenig wissen. Sie verlieren sich, weil sie über Jahre Entscheidungen treffen, die zwar vernünftig erscheinen – sie innerlich aber immer weiter von sich selbst entfernen. Sie übernehmen Verantwortung, funktionieren, kümmern sich, passen sich an. Und irgendwann merken sie: Ich weiß gar nicht mehr, was eigentlich zu mir gehört.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl.
Wann hast du zuletzt eine Entscheidung getroffen, die sich wirklich nach dir angefühlt hat – und nicht nach dem, was vernünftig war?
Ich habe früh gelernt, dass Sicherheit nicht selbstverständlich ist
Bei uns zu Hause gab es eine Sucht. Darüber wurde nicht gesprochen – weder drinnen noch draußen.
Ich erzähle das nicht, weil es hier um mich gehen soll. Sondern weil genau dieses Schweigen das ist, was diese Muster über Jahrzehnte am Leben hält.
Dadurch habe ich erlebt, wie schnell Halt wegbrechen kann – wie Menschen wegfallen und wie Verantwortung plötzlich bei einem selbst liegt. Meine Kindheit hat mich nicht gelehrt, dass das Leben sicher ist. Sie hat mich gelehrt, dass sich Dinge jederzeit verändern können.
Rückblickend verstehe ich, warum ich so lange versucht habe, Sicherheit herzustellen: durch Leistung, durch Wissen, durch Verantwortung, durch Harmonie. Ich wollte alles richtig machen. Denn ich glaubte unbewusst: Wenn ich alles richtig mache, wird das Leben berechenbarer. Heute weiß ich, dass Leben so nicht funktioniert.
Wo versuchst du heute noch, Sicherheit durch Kontrolle, Leistung oder Anpassung herzustellen?
Wissen beantwortet nicht die Frage, wie wir leben wollen
Es zog mich zur Psychologie – nicht, weil ich damals schon wusste, wohin dieser Weg führen würde, sondern weil ich verstehen wollte. Ich studierte Psychologie, später folgten Weiterbildungen zur systemischen Familientherapeutin, Coachin und Supervisorin. Ich leitete ein Team in der Kinder- und Jugendhilfe und begleitete Fachkräfte in ihrer täglichen Arbeit.
In dieser Zeit bin ich denselben Kindern immer wieder begegnet. Nicht den lauten. Den auffällig unauffälligen: zu angepasst, zu ruhig, zu sehr bemüht, keine Last zu sein.
Ich habe lange gebraucht, um zu merken, warum ich sie so schnell erkannte.
Ich liebte Verantwortung, ich liebte Leitung, ich liebte es, andere Menschen fachlich wachsen zu sehen. Und trotzdem gab es eine Frage, die mir all dieses Wissen nicht beantworten konnte:
Wie möchte ich eigentlich selbst leben?
Die wichtigste Veränderung begann nicht mit einer großen Entscheidung
Viele Menschen glauben, Veränderung beginnt mit Mut. Ich glaube das nicht. Ich glaube, sie beginnt dort, wo wir aufhören, vor unseren eigenen Gefühlen davonzulaufen.
Was mein Leben verändert hat, war deshalb etwas erstaunlich Unspektakuläres: Ich begann zu meditieren. Nicht, um entspannter oder besonders spirituell zu sein, sondern weil ich lernen wollte, bei dem zu bleiben, was in mir geschah – Traurigkeit, Angst, Wut, Scham, Freude.
Mit der Zeit entwickelte sich daraus meine eigene Praxis. Ich lernte, Gefühle nicht mehr wegzudrücken oder sofort lösen zu wollen, sondern sie wahrzunehmen, zu halten, zu regulieren und ihnen mit Selbstannahme zu begegnen. Heute weiß ich:
Gefühle verschwinden nicht, wenn wir sie bekämpfen. Sie verändern sich, wenn wir ihnen erlauben, da zu sein.
Das war der Moment, in dem sich mein Leben langsam veränderte. Nicht, weil meine Vergangenheit verschwand – sondern weil sie aufhörte, meine Gegenwart ständig zu bestimmen.
Daraus ist das geworden, was ich heute Selbstführung nenne: die Anteile in mir bemerken, sie regulieren – und dann selbst entscheiden. Nicht das Muster entscheiden lassen.
Welchem Gefühl weichst du immer wieder aus – obwohl genau dort vielleicht deine nächste Entwicklung beginnt?
Erst innere Sicherheit machte Freiheit möglich
Lange dachte ich, Freiheit wäre mein größter Wunsch. Heute weiß ich: Ein Teil von mir hatte gleichzeitig große Angst davor. Denn Freiheit bedeutet auch: eigene Entscheidungen zu treffen, nicht mehr überall hineinzupassen, Menschen zu enttäuschen und auszuhalten, dass andere, das was ich tue, vielleicht nicht verstehen oder gutheißen.
Wenn du gelernt hast, Sicherheit stark über andere Menschen zu regulieren, kann genau das sich bedrohlich anfühlen.
Dann geht es bei einem Nein plötzlich nicht nur um ein Nein. Bei Kritik nicht nur um Kritik. Und bei einer Entscheidung nicht nur darum, ob sie richtig oder falsch ist.
Es kann sich anfühlen, als würde etwas mit dir nicht stimmen, sobald du nicht mehr den Erwartungen anderer entsprichst.
Genau dort begegnete mir Scham. Nicht immer laut und offensichtlich. Viel häufiger als leiser Zweifel an mir selbst. Als Anpassung. Als Impuls mich erklären zu müssen. Als schlechtes Gewissen, wenn ich mich abgrenze. Oder als Angst davor, wie andere mich sehen könnten.
Ich musste deshalb nicht lernen, dass mir die Meinung anderer völlig egal ist.
Ich musste lernen, mich selbst nicht zu verlassen, nur damit die Verbindung zu anderen sicher bleibt.
Innere Sicherheit bedeutet für mich heute nicht, dass nichts Schwieriges passiert. Sondern darauf vertrauen zu können, dass ich mit dem umgehen kann, was passiert - auch mit Ablehnung, Konflikten oder dem Unverständnis anderer.
Und genau dort beginnt für mich Freiheit.
Der Traum war nie das Meer
Die mutigste Entscheidung meines Lebens war nicht, mich selbstständig zu machen oder surfen zu lernen.
Die mutigste Entscheidung war, eine langjährige Beziehung zu verlassen, in der ich längst nicht mehr glücklich war. Und trotzdem fiel mir diese Entscheidung lange sehr schwer. Denn zu gehen bedeutet nicht nur, eine Beziehung zu beenden. Es bedeutet auch, mir einzugestehen, dass etwas, von dem ich einmal dachte, es müsse funktionieren, für mich nicht mehr stimmte. Erst später habe ich verstanden, dass ich in dieser Beziehung etwas wiederholt habe, das ich schon kannte: für jemanden Verantwortung zu übernehmen, dessen Zustand ich nicht kontrollieren konnte.
Heute weiß ich, wie viel Scham sich genau dort verstecken kann: in dem Gefühl, falsch, egoistisch oder schwierig zu sein, sobald wir nicht mehr die Person sind, die andere von uns erwarten.
Nach der Trennung stellte sich mir eine andere Frage. Nicht: Wo möchte ich leben?
Sondern: Wie möchte ich leben?
Als ich dieser Frage wirklich zuhörte, tauchte das Surfen immer wieder auf. Nicht als Urlaub, nicht als Hobby, sondern als Wunsch nach einem Alltag, der sich lebendig anfühlt. Ich wollte an einem gewöhnlichen Dienstag nach der Arbeit surfen gehen – nicht irgendwann, sondern regelmäßig.
Und dafür musste ich mehr verändern als meinen Wohnort.
Ich musste lernen, meinen eigenen Wünschen überhaupt wieder zu vertrauen. Entscheidungen nicht danach zu treffen, wie verständlich sie für andere sind. Und das unangenehme Gefühl auszuhalten, das entstehen kann, wenn ich mein Leben nicht mehr nach den Erwartungen anderer ausrichte.
Das Meer war deshalb nie das eigentlich Ziel. Es wurde zu einem Ort, an dem ich etwas anderes lernte:
Mich nicht länger dafür zu schämen, ein Leben zu wollen, das wirklich zu mir passt.
Ein Traum braucht Struktur
Ich kündigte meine Leitungsposition, baute meine Selbstständigkeit aus und entwickelte ein Onlineformat. Ich lernte Spanisch und Französisch, organisierte mein Leben zwischen Deutschland, Spanien und Frankreich und heute reise ich weiterhin für Aufträge hin und her. So baute ich mir ein Leben auf, das meinen Werten entsprach.
Dabei wurde mir etwas klar:
Ein Traum scheitert selten an mangelndem Mut. Er scheitert häufig daran, dass ihm keine tragfähige Struktur folgt.
Deshalb arbeite ich heute nicht nur mit Erkenntnissen, sondern immer auch mit Umsetzung, Struktur und Alltag. Denn nur dort entscheidet sich, ob Veränderung bleibt.
Leipzig, Sommer 2024, mein letzter Arbeitstag als psychologische Führungskraft in der Kinder- und Jugendhilfe
Welche Veränderung wünschst du dir schon lange – aber dein Alltag unterstützt sie noch nicht?
Das Meer wurde zu meinem Spiegel
Als ich schließlich am Atlantik ankam, passierte etwas Unerwartetes. Das Meer veränderte mich nicht. Aber es nahm vieles weg, hinter dem ich mich bisher verstecken konnte.
Im Wasser war ich keine Psychologin, keine Supervisorin, keine Leitungskraft. Ich war einfach nur ich. Und genau dort bemerkte ich, wie oft ich mich zurücknahm, wie selten ich Raum einnahm und wie sehr ich meinen Wert darüber definierte, gebraucht zu werden.
Beim Surfen funktioniert das nicht. Wer immer wartet, wird nicht sicherer. Wer jede Welle anderen überlässt, lernt selbst nie, sie zu surfen. Ich musste lernen, mich zu behaupten, mich zu zeigen, Raum einzunehmen – nicht gegen andere, sondern für mich.
Das Meer war deshalb nie die Lösung. Es wurde zum Spiegel meiner inneren Muster.
Das Meer verändert dich nicht. Es nimmt dir nur vieles weg, hinter dem du dich sonst verstecken kannst.
Qualifikationen
Meine fachliche Grundlage bilden langjährige praktische Erfahrungen sowie fundierte Aus- und Weiterbildungen im psychologischen und systemischen Bereich.
✓ Staatlich geprüfte Betriebswirtin
✓ Psychologin (M.Sc.)
✓ Systemische Familientherapeutin (DGSF)
✓ Coachin (Milton Erickson Institut, Innsbruck)
✓ Supervisorin i.A. (DGSv)
✓Ehemalige Führungskraft in der Kinder- und Jugendhilfe
✓ Gerichtssachverständige
✓ Langjährige Erfahrung in der Begleitung von Fach- und Führungskräften in sozialen und gesundheitlichen Arbeitsfeldern
Deshalb begleite ich heute Frauen
Meine Geschichte hat mir etwas gezeigt, wie lange wir gegen uns selbst arbeiten können, ohne es überhaupt zu merken.
Nicht, weil wir zu wenig über uns wissen. Sondern weil manche unserer tiefsten Überzeugungen nicht wie Gedanken klingen. Sondern sich wie Wahrheiten anfühle.
Ich bin zu viel. Ich bin nicht gut genug. Ich darf niemanden enttäuschen. Ich bin egoistisch, wenn ich mich für mich entscheide. Mit mir stimmt etwas nicht.
Genau hier begegnet uns Scham und Angst.
Nicht immer als das bewusste Gefühl: “Ich schäme mich.” Viel häufiger zeigt sie sich darin, wie wir mit uns selbst umgehen und wie wir uns in Beziehungen verhalten.
Wir passen uns an. Wir übernehmen Verantwortung für die Gefühle anderer. Wir erklären uns. Wir halten uns zurück. Wir bleiben länger, als uns guttut. Oder wir versuchen, alles richtig zu machen, damit möglichst niemand etwas an uns auszusetzen hat.
Und irgendwann kann es schwer werden zu unterscheiden:
Was entspricht wirklich mir - und was tue ich, weil ich Angst davor habe, falsch zu sein?
Genau bei diesem Auseinandersetzungprozess begleite ich heute andere Frauen. Nicht dabei, eine “bessere Version” von sich selbst zu werden, sondern dabei, zu verstehen, was unter ihren wiederkehrenden Mustern liegt - und einen anderen Umgang mit sich selbst zu entwickeln.
Dabei verbinde ich psychologisches Wissen, systemisches Arbeiten, die Arbeit mit inneren Anteilen, Meditation und einem klaren Blick auf die Dynamiken, die unterbewusst wirken.
Menschen kommen zu mir, wenn…
.… sie nach außen vieles im Griff haben und sich innerlich trotzdem fragen, ob mit ihnen etwas nicht stimmt.
… ein Nein noch tagelang in ihnen nachhallt – mit Schuldgefühlen, Selbstzweifeln oder dem Bedürfnis, sich zu erklären.
… sie Verantwortung übernehmen, bevor jemand darum bittet.
… sie ruhig bleiben, wenn andere in Panik geraten – und nicht wissen, wohin mit sich, wenn gerade nichts los ist.
… sie sehr streng mit sich selbst sind und Kritik oder Ablehnung schnell persönlich nehmen.
… sie ihre Muster längst erkannt haben und in entscheidenden Momenten trotzdem wieder darin landen.
… sie sich fragen, wie viel Kontakt zur eigenen Familie ihnen eigentlich guttut.
… sie einen Raum suchen, in dem auch die Seiten Platz haben, die sie sonst lieber verstecken.
Vielleicht geht es gar nicht darum, ein neuer Mensch zu werden. Vielleicht geht es darum, zu erkennen, an welchen Stellen Scham, Schuld und Angst dir bis heute erzählen, wer du sein darfst - und wo du begonnen hast, dich selbst zu verlassen, um Zugehörigkeit, Anerkennung oder Sicherheit nicht zu gefährden.
Du musst nicht erst jemand anderes werden, um dich mit dir selbst sicherer zu fühlen. Vielleicht darfst du lernen, dich auch dort nicht zu verlassen, wo du bisher geglaubt hast, falsch zu sein.
Wenn du das kennst
Der nächste Schritt ist ein Gespräch von 20 Minuten. Kostenlos, unverbindlich. Wir klären, worum es geht und ob ich die Richtige bin.
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Nimm dir weitere Impulse und Gedanken mit
Auf Instagram spreche ich über Scham, Beziehungen und über die oft unbewussten Muster, die entstehen, wenn wir gelernt haben, uns selbst kritisch zu betrachten, anzupassen oder Teile von uns zurückzuhalten.
Erkenne, was in dir wirkt.
Gestalte, was vor dir liegt.
In meiner Begleitung schauen wir gemeinsam darauf, was in dir wirkt - damit Scham, Schuld und Angst nicht länger unbemerkt darüber entscheiden, wie du dein Leben gestaltest.
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