Das ist ja ein Kalenderspruch
Coachingsitzung. Meine Klientin ist frustriert, und ich sage einen Satz, den Sie ziemlich “sch**** findet. Sie sieht mich an: „Oh man, Frau Menges, das hilft nicht, das klingt wie ein Kalenderspruch.“
Touché. Ich bin Psychologin, systemische Familientherapeutin, Coachin und Supervisorin. Und offenbar auch Profi für Kalendersprüche. Ich fand den Kommentar der Klientin berechtigt und ziemlich lustig. Da hab ich wohl meine Rolle als Psychologin verlassen und mit einem Rat um mich geschlagen. Heute weiß ich nicht mehr, um welchen Satz es sich gehandelt hat. Diese Coachingszene ist heute ein Insider zwischen der Klientin und mir. Wir lachen noch manchmal gemeinsam darüber.
Ein “guter Satz” zur richtigen Zeit kann aber etwas öffnen. Nur verschwindet er im Alltag viel zu schnell wieder.
Wenn schon Kalenderspruch, dann richtig
Also habe ich zwei Kalender gestaltet, um Entwicklung eine Struktur zu geben: zwölf Monate, zwölf Sätze über Selbstwert, Abgrenzung und Verantwortung, auf Fotos von Meer, Küste und Himmel.
Affirmationen wie „Ich bin großartig“ stehen darin nicht. An einem schlechten Montagmorgen glaubt dir das dein Kopf ohnehin nicht. Die Psychologin Joanne Wood hat 2009 mit ihrem Team gezeigt: Menschen mit niedrigem Selbstwert fühlten sich schlechter, nachdem sie „Ich bin ein liebenswerter Mensch“ wiederholt hatten (zur Studie).
Deshalb schreibe ich Erlaubnisse. „Ich darf die Welle nehmen.“ „Ich darf entscheiden, wem ich die Hand reiche.“ „Mein Wert braucht keine Zustimmung.“
Als Familientherapeutin weiß ich: Was wir dürfen und was nicht, lernen wir früh, meist in der Familie. Manche Erlaubnisse hat uns nie jemand gegeben. Heute können wir sie uns selbst geben.
Eine Erlaubnis musst du nicht glauben. Du darfst sie ausprobieren.
Zwei Kalender für zwei Wege
Take your wave ist für Frauen, die ihren eigenen Weg gehen wollen. Ich habe ihn für die Frauen geschrieben, die ich im Coaching begleite.
Lead yourself first ist für Fachkräfte in sozialen und helfenden Berufen. Ich habe ihn für die Teams und Führungskräfte geschrieben, die ich supervisorisch begleite.
Supervision, die im Raum bleibt
In der Supervision entsteht viel. Danach geht der Arbeitsalltag weiter, und das Besprochene verblasst schnell. Mit dem Kalender bleibt etwas davon im Raum: im Teamzimmer, im Büro, auf dem Schreibtisch.
Ein Kalender im Teamzimmer wirkt anders als ein Vorsatz, den eine Einzelne fasst. Wenn dort im August „Pausen gehören zu meiner Arbeit“ hängt, liest das ganze Team diesen Satz. Dann wird die Pause zu etwas, worüber man miteinander reden darf.
Ein Geschenk, das bleibt
Die Teams und Führungskräfte, die ich supervisorisch begleite, leisten so viel, jeden Tag. Wer in der Jugendhilfe, in einer Klinik oder in einer Beratungsstelle arbeitet, sorgt für andere und kommt selbst oft zuletzt dran. Vieles davon sieht niemand.
Ich möchte etwas zurückgeben. Deshalb schenke ich meinen Teams, meinen Klientinnen und Klienten und meinen Auftraggebern zu Weihnachten einen Kalender. Er soll sie im nächsten Jahr immer wieder daran erinnern, wie wertvoll sie sind.
Du bist wichtig, auch wenn du gerade nicht hilfst.
Was ein Satz an der Wand nicht kann
Ein Kalender ersetzt kein Coaching, keine Supervision und keine Psychotherapie. Er erinnert dich an das, was im Alltag schnell untergeht. Entwicklung passiert dort, wo du deine Themen mit einem Menschen anschaust und danach Neues ausprobierst.
Wie es weitergeht
Ab Januar baue ich meinen Content auf Instagram auf den Erlaubnissen aus Take your wave auf: jeden Monat ein Satz, jede Woche Einblicke, Fragen und Impulse zum Ausprobieren. Mit dem Kalender an der Wand hast du die Struktur für deinen Weg gleich dabei.
Beide Kalender findest du in meinem Shop, mit kostenlosem Versand innerhalb Deutschlands: zu den Kalendern
Welcher Satz würde dir gerade guttun?
Freedom looks good on you,
Marina