Die Geschichte, die du nicht kennst, bestimmt oft das Leben, das du führst #2

Für Frauen, die für andere da sind – und sich selbst dabei nicht verlieren möchten.

Es gibt Momente, in denen wir das Gefühl haben, immer wieder an derselben Stelle anzukommen.

Wir sagen Ja, obwohl wir Nein meinen. Wir übernehmen Verantwortung, obwohl sie eigentlich jemand anderem gehört. Wir kümmern uns. Organisieren. Halten zusammen. Vermitteln.

Und irgendwann fragen wir uns: Warum fällt es mir so schwer, mich selbst genauso wichtig zu nehmen wie andere?

Die Antwort liegt häufig nicht in mangelnder Disziplin. Nicht darin, dass wir "einfach besser Grenzen setzen müssten". Und auch nicht darin, dass mit uns etwas nicht stimmt.

Oft tragen wir Geschichten in uns, die lange vor uns begonnen haben.

Geschichten unserer Familie. Geschichten über Verantwortung. Über Loyalität. Über Stärke. Über Anpassung. Über das Gefühl, gebraucht werden zu müssen, um dazuzugehören.

Wir übernehmen oft mehr, als eigentlich unseres ist.

Als Psychologin und systemische Familientherapeutin erlebe ich in meiner Arbeit immer wieder, dass Frauen in helfenden Berufen unglaublich kompetent darin sind, die Bedürfnisse anderer wahrzunehmen.

Sie erkennen Spannungen. Sie verstehen Konflikte. Sie begleiten Menschen durch Krisen.

Doch wenn es um die eigenen Bedürfnisse geht, wird es plötzlich still. Nicht, weil diese Bedürfnisse nicht da wären. Sondern weil sie über viele Jahre gelernt haben, zuerst auf andere zu schauen. Das ist kein persönliches Versagen. Es ist häufig Ausdruck einer Geschichte, in der Verantwortung früh übernommen werden musste.

Was ich im Coaching anders mache..

In meinen Coachings oder Supervisionen sprechen wir nicht nur darüber, was im Beruf passiert.

Wir schauen auch gemeinsam auf die Muster, die sich dahinter zeigen. Denn häufig begegnen uns dieselben Dynamiken im Team, mit Klientinnen und Klienten oder in der Zusammenarbeit, die wir unbewusst bereits aus anderen Beziehungen kennen.

Eine Methode, die ich dabei besonders schätze, ist die Genogrammarbeit.

Sie macht sichtbar, was oft verborgen bleibt. Welche Rollen wurden in deiner Familie gelebt? Wer trug Verantwortung? Wer musste funktionieren?Wer durfte Bedürfnisse haben und wer nicht?

Und welche dieser Geschichten wirken heute vielleicht noch – obwohl sie längst nicht mehr zu deinem Leben passen?

Nicht, um Schuld zu suchen. Sondern um Zusammenhänge zu verstehen.

Denn Verständnis schafft Freiheit.

Selbstführung beginnt dort, wo wir unsere Geschichte verstehen.

Viele Frauen glauben, Selbstführung bedeute, sich besser zu organisieren.

Mehr Disziplin. Mehr Routinen. Mehr Selbstoptimierung. Für mich beginnt Selbstführung viel früher. Sie beginnt dort, wo wir erkennen, warum wir handeln, wie wir handeln. Wo wir verstehen, weshalb es uns so leichtfällt, für andere da zu sein – und so schwer, uns selbst wichtig zu nehmen.

Erst wenn wir diese Muster erkennen, können wir bewusst entscheiden:

Möchte ich diese Geschichte weiterleben? Oder darf ich beginnen, meine eigene zu schreiben?

Freiheit bedeutet nicht, weniger für andere da zu sein.

Im Gegenteil.

Wenn Verantwortung dort bleibt, wo sie hingehört, entstehen gesündere Beziehungen.

Menschen dürfen ihre eigenen Fähigkeiten entwickeln.Teams übernehmen gemeinsam Verantwortung. Familien werden entlastet. Und wir selbst gewinnen wieder Kraft für das, was uns wirklich wichtig ist.

Nicht, weil wir egoistischer werden. Sondern weil wir lernen, Verantwortung zu unterscheiden.

Das ist für mich gelebte Selbstführung.

Vielleicht ist genau jetzt der richtige Moment. Vielleicht musst du nicht stärker werden. Vielleicht musst du deine Geschichte besser verstehen.

Damit du nicht länger aus alten Mustern heraus lebst, sondern aus deinen eigenen Werten.

Denn ich bin überzeugt: Freiheit beginnt nicht dort, wo sich andere verändern. Sie beginnt dort, wo wir verstehen, warum wir geworden sind, wer wir heute sind – und uns erlauben, den nächsten Schritt bewusst selbst zu gehen.

Eine Frage zum Mitnehmen

Welche Verantwortung trägst du heute noch, obwohl sie vielleicht nie wirklich deine gewesen ist?

Weiter
Weiter

Willkommen bei FREEDOM looks good on you! #1